
Sr. Maria Troncatti: Mutter, Missionarin, Friedens- und Versöhnungsbotschafterin
In Vorbereitung auf die Heiligsprechung von der Don Bosco Schwester Maria Troncatti (1883-1969) wurde vom Institut eine Kommission eingesetzt, die verschiedene Materialien erarbeitet, um das Leben der Seligen, ihre Botschaft und ihre Aktualität besser kennenzulernen – ausgehend von dem Motto „Mutter, Missionarin, Friedens- und Versöhnungsbotschafterin“. Seit Februar werden jeweils am 25. des Monats, zum Gedenken an ihren Todestag am 25. August 1969, ein Video und Materialien zur Vertiefung vorgeschlagen.
25.02.: Die ersten Schritte auf ihrem Weg
Das erste Video erzählt vom Heimatort von Maria Troncatti, ihrer Familie, der Geschichte ihrer Berufung und einigen Schwierigkeiten, mit denen sie bis zu ihrem Eintritt bei den Don Bosco Schwestern konfrontiert war.
25.03: Interview mit einem Zeitzeugen
Cosimo Cossu, ein Salesianerbruder, erlebte die letzten drei Jahre im Leben von Schwester Maria Troncatti. Er war 20 Jahre lang als Missionar in Ecuador tätig. In diesem Interview wird ihre Mütterlichkeit hervorgehoben, die aus ihrer Begegnung mit Jesus und ihrer Tätigkeit als „Helferin (ausiliatrice)“ unter den Menschen hervorgegangen ist.
Sie hatte das Herz einer wahren Mutter. Alle, die ihre Hilfe benötigten, waren bei ihr willkommen. Unabhängig von ihrer Herkunft fanden sowohl die weißen Siedler als auch die Shuar bei ihr Trost, einen mütterlichen Blick und ein tiefes Verständnis für ihre Schwierigkeiten. So wie eine Mutter sich um ihr schwächstes Kind kümmert, hatte Schwester Maria ein besonderes Auge für die Bedürftigsten und Entrechteten: Frauen, Kinder, Waisen und alle Menschen in Not. Die Pflege von Kranken gehörte ebenso zu ihren Aufgaben wie die Erziehung und Rettung von Kindern. Ihr ganzes Leben lang gab sie alles für andere und behielt nichts für sich selbst. Ihr wahrer Reichtum lag in ihren Beziehungen zu den Menschen. Selbst im hohen Alter wurde sie von ihren geliebten „Kindern“ besucht, wie es einer echten Mutter gebührt.
„Ich kann nicht mehr arbeiten“, sagte sie, „aber ich bin froh, bei meinen Shuar zu bleiben: Sie kommen immer krank ins Krankenhaus, sie kommen immer von weit her, um mich zu besuchen.“
Mit geschwollenen Beinen saß Maria Troncatti oft an der Schwelle des Krankenhauses „Pius XII“, das sie sich so sehr gewünscht hatte. Dort konnte jeder die geliebte „Abuelita“ (Oma) antreffen, bereit, jede und jeden zu empfangen. Als Missionarin hatte sie gelernt, Christus leidenschaftlich zu lieben und diese Liebe konkret bei den Menschen zu leben, zu denen sie gesandt worden war.
Als die junge Schülerin Marina Luzzi im Jahr 1922 in Nizza Monferrato im Sterben lag, sagte sie Maria Troncatti das Land voraus, in dem sie ihr Motto, das „Da mihi animas cetera tolle (Gib mir Seelen, alles andere nimm)“ leben würde. Sr. Maria, die sie als Krankenschwester betreute, war verwirrt, aber nach wenigen Tagen erhielt sie von Madre Caterina Daghero die Mitteilung, dass sie Missionarin im ecuadorianischen Dschungel sein würde.
Die Worte von Don Bosco in seinem Brief aus Rom von 1884 würden ihre Präsenz unter diesem Volk prägen:
„Es genügt nicht, zu lieben... sondern sie müssen spüren, dass sie geliebt werden.“
Schwester Maria hatte mit ihrer Mütterlichkeit, ihrer großen Demut, Zuhören und Liebe die Herzen aller erobert. Ihre Sorge war es, immer Trost zu spenden. Sie konnte vor jeglicher Art von Leid nicht gleichgültig bleiben, sondern brachte sofort Hilfe und Trost wie „eine wahre Mutter“.
Diese Mütterlichkeit erlebte der junge Salesianer Cosimo Cossu, der auch ihren letzten Brief erhielt mit den besten Wünschen zu seinem Namenstag. Schwester Maria schrieb ihn am Vorabend ihres Todes, der sich am 25. August 1969 in Sucúa, Ecuador, bei einem Flugzeugabsturz ereignete.